Die Idee.


Während der fotografischen Begleitung einer Baustelle bin ich immer wieder von den Details und Strukturen angezogen worden.

Herausgelöst aus dem Ganzen, richte ich hier mein Augenmerk auf etwas, das eigentlich nicht zum Gebäude gehört, ohne dem jedoch das Gebäude nicht hätte errichtet werden können.  Ich zeige meinen Blick auf etwas, das vom Bauherren bezahlt wird. Er gibt dafür nur widerwillig Geld aus, weil er es in den seltensten Fällen selber braucht. Es ist den Handwerkern eine Unterstützung, manchmal auchein Hindernis, und es garantiert ein Stück Sicherheit. Es ist verschwunden, wenn das Gebäude seiner Bestimmung übergeben ist und kein Gedanke wird ihm dann mehr geschenkt sein.

Für mich ein Grund näher hinzuschauen und mir Gedanken zu machen.

Das Gerüst - eine Blume nicht nur im Bauzeitenplan eines Gebäudes?


Der Gedanke.


Bei dem Versuch einer näheren Beleuchtung des Begriffes des „Gedankens“ wird einem schnell die Mächtigkeit der deutschen Sprache klar. Umgangssprachlich geizen wir nicht mit Synonymen, die eine eindeutige Definition nicht mehr zulassen. Die Mehrdeutigkeit des Begriffes ist jedoch auch in wissenschaftssprachlicher Hinsicht dokumentiert.

Der Gedanke – eine Meinung, eine Ansicht, ein Einfall, eine Idee, eine Ahnung, ein Standpunkt, ein Ergebnis?

Ungeachtet dessen, ob der Wissenschaftler in subjektiv-psychologischer Hinsicht die Entstehung des Gedankens meint, oder ob er, im objektiven Sinn, den Gedanken als Ergebnis des Gedachten betrachtet, ist unumstritten, dass Gedanken in Wechselwirkung mit gesammelten Erkenntnissen und in Verbindung mit praktischer Tätigkeit zur Umgestaltung der Wirklichkeit führen können. Gedanke und Tat werden daher oft gegenüber gestellt.

Im Gegensatz zu einer Tat, ist der Gedanke nicht strafbar! Er ist nur ... ein Einfall, eine Laune  ... und für mich die Rechtfertigung, das Thema frei umzusetzen.


Das Gerüst.


Verlässt man die Geisteswissenschaften und bewegt sich auf technischem Terrain,  ist die Klärung eines Begriffes in Deutschland detailliert und eindeutig möglich.

Das Gerüst ist eine vorübergehende, im Allgemeinen wieder verwendbare Hilfskonstruktion aus meist standardisierten Bauteilen, die als Arbeitsplattform, als Schutzeinrichtung oder zur Schalung verwendet wird.

Es wird, je nach Tragsystem, unterschieden in Standgerüst, Hängegerüst, Auslegergerüst, Konsolengerüst und Fahrgerüst.

Europaweit regeln Euronormen, ergänzt durch deutsche „Restnormen“, Arbeitsschutzvorschriften und Grundlagen für die Ausführung und Abrechnung die Anforderungen und den Umgang mit einem Gerüst: EN 12810, EN 12811, EN 12812:2004,

EN 12813:2004, DIN 4420-3-2006-01, DIN 4422-1, HD 1004:1992, DIN 18451 ...


                       



Josef Iral.


Der Gedanke. Das Gerüst. Seien sie was sie sind – virtuell oder real, sichtbar oder nicht?!

Ich mache mir Gedanken zum Gerüst, vereinige die Begriffe und bilde das gedankenGerüst. Ich suche nach einer Definition. Obwohl dieser Begriff umgangssprachlich bekannt erscheint, finde ich keine eindeutige Klärung. Schnell, bevor alle Gedanken wieder weg sind, beginne ich zu formulieren. Die Beschreibung erfolgt in Bildern, die bewusst minimal gehalten sind und dem Betrachter die Möglichkeit geben, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.


Mein gedankenGerüst.


Der Epilog.


Mir fällt ein kleines Mädchen auf, das in der Wiese sitzt und Gänseblümchen pflückt.
Sie sprießen, sie blühen, sie werden gepflückt.
Sie sprießen, sie blühen, sie werden gepflückt.
Ich schlendere gerade am Rande der Fußgängerzone und richte meinen Blick weg vom den Grünanlagen in eine andere Richtung. Ich sehe große weiße Planen, ein verhülltes Gebäude, ein Gerüst, das sicher bald wieder abgebaut werden wird, um an anderer Stelle wieder aufgebaut zu werden.

Schnell schaue ich noch einmal näher hin, bevor alles wieder weg ist!


 
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gedankenGerüst